Gigantisches Schiff, gigantischer Film, gigantischer Aufwand

von Susanne Störmer, © 1997

 

Was passiert, wenn ein Regisseur, der dafür bekannt ist, dass er grundsätzlich sein Budget überzieht, sich auf das Thema Titanic stürzt? Es entsteht der bisher teuerste Film aller Zeiten, der nur mit Mühe und Not von zwei Filmgesellschaften (20th Century Fox und Paramount) finanziert werden kann. Der Regisseur verzichtet im Verlauf der Dreharbeiten sogar auf seine Tagesgage – keine Frage, mit TITANIC hat James Cameron sich auf jeden Fall selbst ein Denkmal gesetzt. Doch während die erste Reise der Titanic in den Untergang führte, ist noch nicht absehbar, wohin die Reise für TITANIC führt.
Es gab bereits im Vorfeld viele Presseberichte, positiv wie negativ. Cameron sah sich den Vorwürfen ausgesetzt, dass er Statisten heuerte und feuerte, wie es ihm gefiel, außerdem tauchten immer wieder Gerüchte auf, dass bei den Dreharbeiten in Mexiko eine sehr hohe Unfallquote herrschte.
Kate Winslet (eine der Hauptdarstellerinnen) jedenfalls bezeichnete die Dreharbeiten als „an ordeal“. als sie nach Abschluss der Aufnahmen der Los Angeles Times ein Interview gab, erklärte jedoch auch, dass sie nach ihrer Rückkehr nach London erstmal zum Zahnarzt gehen wollte. An die Adresse Camerons richtete Winslet in diesem Interview den Vorwurf, dass er sie nicht mal gefragt hatte, ob sie überhaupt schwimmen konnte. Und gemäß Los Angeles Times hat Kate Winslet vorerst wenig Neigung, in einem Film mitzuspielen, in dem Wasser eine große Rolle spielt. – Auf der anderen Seite war es auch Winslet, die Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat, um die Rolle der Rose zu erhalten.
Ihr Partner Leonardo di Caprio war weniger begeistert, als man ihm die Rolle des Jack anbot, doch letztendlich hat auch er angenommen.
Cameron hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um ein monumentales Werk  auf die Beine zu stellen, das seinen hohen Anforderungen genügt – so gab es Sprechtrainer für die Schauspieler, damit die Akzente und Dialekte historisch korrekt sind. Und auch Bewegungstrainer fehlten nicht, damit die Schauspieler die Sitten, Rituale und Bewegungsabläufe der damaligen Zeit erlernen konnten.
Der ganze Aufwand macht auf jeden Fall neugierig – und eine Sache ist klar: TITANIC wird Wellen schlagen, so oder so.