War ein Selbstmörder an Bord?

Über die letzten Stunden an Bord der Titanic

von Susanne Störmer, © 2008

 

In dem Artikel „Warum Officer Wilde?„, der im Navigator Nr. 1, 11. Jahrgang veröffentlicht wurde, habe ich die Hintergründe der Umbesetzung unter den Offizieren der Titanic vor deren Jungfernfahrt untersucht. In meinem Buch „Dampfer Titanic: Eisberg voraus“ [1] setze ich mich detailliert mit den letzten Stunden vor der Kollision auseinander. In der Titanic Post vom Titanic−Verein Schweiz bin ich in dem Artikel „Zwölf Menschen in einem Boot“ der Frage nachgegangen, wer eigentlich verantwortlich für das Fieren von Boot 1 war [2]. Damit bleibt noch ein häufig diskutierter Aspekt, der in diese Reihe passt, übrig: Hat der 1. Offizier Murdoch oder ein anderer hochrangiges Besatzungsmitglied vor dem Untergang der Titanic Selbstmord begangen?

Erste Gerüchte, die hierauf eine positive Antwort gaben, kursieren schon kurz nachdem die Titanic gesunken war. Auch die Presse griff diese Gerüchte auf und ordnete ihnen diverse Namen zu: Kapitän Smith, Chief Officer Wilde und natürlich 1. Offizier Murdoch. Und damit stellt sich die Frage nach der Zuverlässigkeit der Berichte. Selbstverständlich sollte die Möglichkeit in Erwägung gezogen werden, dass manche der Überlebenden ihren Geschichten etwas „Würze“ verleihen wollten. Dieses Phänomen war in jenen Jahren offenbar auch schon bei deutlicher weniger dramatischen Ereignissen aufgetreten. Sir Bertram Hayes zum Beispiel berichtet in seiner Autobiographie von einem sehr phantasievollen Passagier, dessen Bekanntschaft er als Kapitän der Majestic [3] machte:
Eines schönen Morgens, als wir 500 oder 600 Seemeilen vor New York standen, hatten wir einen kleinen Unfall bei einer der Maschinen, wodurch eine große Menge Dampf entwich. Dieser bahnte sich seinen Weg durch das Skylight des Maschinenraums.
Kurz nachdem das passiert war, kam der Funker mit einer Nachricht zu mir, die lautete: „Kessel explodiert, neun Männer tot, keine Ahnung, wann wir ankommen“ und von einem Passagier unterschrieben worden war. Sollte er das senden?
Ich ließ den Passagier zu mir rufen und sagte ihm, dass seine Nachricht nicht übermittelt werden könne. Er war eine von der aggressiven Sorte und fragte: „Warum nicht?“ „Aus drei Gründen“, antwortete ich. Er fragte, wie diese lauteten, deswegen erklärte ich: „Der erste ist, dass die Kessel nicht explodiert sind, der zweite ist, dass niemand getötet wurde und der dritte ist, dass wir wissen, wann wir ankommen werden.“ Nach einiger Diskussion sah er ein, dass seine Nachricht leicht übertrieben war und änderte sie ab in: „Verspätet, legen dann und dann an.“ 
[4]
Eine andere Möglichkeit ergibt sich aus Erkenntnissen der Psychologie. Dort ist bekannt, dass Menschen in der Lage sind, Fiktives so in ihre Erinnerungen einzubauen, dass sie sie für real halten und in allen Details zu beschreiben – „Scheinerinnerungen“ nennt sich so etwas [5].

Neben den Möglichkeiten eines morbiden Seemannsgarn und der Scheinerinnerung gibt es noch eine Sache zu bedenken, wenn der mögliche Selbstmord eines ranghohen Besatzungsmitglieds diskutiert werden soll: Das Motto des möglichen Täters.
Wenn Murdoch als Selbstmörder identifiziert wird, wird ihm das Motiv untergeschoben, von Schuldgefühlen überwältigt worden zu sein – entweder wegen der Verantwortung für die Kollision der Titanic mit dem Eisberg oder aber, weil er zwei Passagiere erschossen hat, die ein Rettungsboot stürmen wollten. Wie ich in meinem Buch „Dampfer Titanic: Eisberg voraus“ dargelegt habe, war Kapitän Smith mit auf der Brücke und damit in der Verantwortung, als die Kollision geschah [6], damit entfällt für Murdoch das „Verantwortungsmotiv“. Für Kapitän Smith taucht es dagegen neu auf, wobei zu beachten ist, dass es für einen angemessenen Umgang mit der Verantwortung gehalten wurde, wenn der Kapitän mit seinem Schiff unterging.
Sowohl für Murdoch als auch für Smith und für Wilde bleiben zwei andere Motive bestehen:
=> Selbstmord aus Schuldgefühlen. weil sie Passagiere daran gehindert haben, ein Rettungsboot zu stürmen und die Ordnung mit Waffengewalt aufrecht halten wollten.
=> Selbstmord aus Angst vor dem Tod durch Ertrinken.
Diesen beiden Motiven ist folgendes entgegen zu setzen:
Smith, Wilde und Murdoch hatten ihren Beruf unter Segeln erlernt und sich dort durchgesetzt. Sie hatten gelernt, mit Gefahren und verzweifelten Situationen umzugehen und Opfer zu bringen sowie einzufordern, wenn es um die Sicherheit der Schiffes und der anvertrauten Ladung ging – ansonsten wäre auch keiner von ihnen bis in diese verantwortungsvollen Positionen bei einer der größten Reedereien der Welt vorgedrungen. AUßerdem waren alle drei als Offiziere zur Royal Naval Reserve berufen worden, wobei Smiths aktive Zeit als Reserveoffizier schon hinter ihm lag. Abgesehen davon, dass die Royal Naval Reserve in dem Ruf stand, nur die Besten einzuberufen, und damit die Bezeichnung „RNR“ eine Auszeichnung war, wird die Ausbildung zum Reserveoffizier auch kein Spaziergang gewessen sein.
Wenn es erforderlich war, die Schiusswaffe einzusetzen, um auf der sinkenden Titanic die Disziplin und Ordnung aufrecht zu erhalten: Wie wahrscheinlich ist es dann, dass sich vor dem Hintergrund der gerade skizzierten Laufbahnen einer der drei genannten Personen nach Gebrauch der Schusswaffe selbst getötet hat? Wie wahrscheinlich ist es, dass sich angesichts der vor dem Untergang der Titanic gemachten Berufserfahrungen auch unter extremsten Bedingungen einer der drei Genannten aus Angst vor dem Tod im Meer erschießt? – Wer auf Segelschiffen zur See gefahren ist, hat mehr als einmal dem Tod ins Auge geblickt. Und auch auf den frühen Dampfschiffen der White Star Line, die Edward John Smith als Offizier und auch Kapitän noch kennengelernt hat [7], und auf denen auch Murdoch als 1. Offizier gefahren ist (z. B. auf der 1873 erbauten Germanic im Jahr 1904) [8], lauerten Gefahren und schon ein Wachwechsel konnte die Offiziere in Lebensgefahr bringen, wie sich Sir Bertram Hayes erinnerte:
Verglichen mit dem Leben auf den heutigen Schiffen, war das Leben [damals] ein sehr hartes Los für einen Offizier, und das ganz besonders während der Wintermonate. Die Schiffe waren vergleichsweise klein und hatten nur wenig Freibord und es war völlig üblich, dass man sich sein Ölzeug und seine Seestiefel anzog, als man die Küste Irlands hinter sich ließ und nicht ohne ihren Schutz an Deck ging, bis wir wohlbehalten auf der anderen Seite des Atlantiks angekommen waren. Unsere Unterkünfte, die im Vorderdeck lagen, wurden ständig von den Seen geflutet, die über das Schiff wuschen, und oft genug nahmen wir unser Herz in beide Hände, wenn wir zu der und von der Brücke gehen mussten. In dunklen Nächten standen wir im Eingang zu den Unterkünften, bis wir spürten, dass sich das Schiff für eine Minute oder so stabilisierte, und dann stürmten wir durch das Wasser, das über das Deck rauschte, hin zur Leiter, die zur Brücke führte.
Dann war es völlig üblich, dass die Ruderanlage ausfiel, und ich habe viele Erinnerungen daran, wie ich im hinteren Ruderhaus platt auf dem Bauch lag und die Ketten wieder miteinander verband; das Deck war mit dem schwarzen Öl bedeckt, das anscheinend untrennbar mit den Steuermaschinen verbunden war. Zahlreiche Flüche waren zu hören, wenn das Schiff eine See übernahm, die das Ruderhaus fühlte, und wir die Ketten loslassen mussten, um nach oben zu kommen und Luft zu schnappen, ehe wir den Job erneut in Angriff nehmen konnten.
[9]

Doch genug der theoretischen Betrachtungen hinsichtlich der möglichen Schwächen in Erzählungen sowie den Überlegungen, ob Smith, Wilde und Murdoch gelernt hatten, mit extremen bis lebensbedrohlichen Situationen umzugehen, ohne sich diesen Belastungen durch Selbstmord zu entziehen. Nun geht es an die Berichte der Überlebenden, bei denen Augenzeugenberichte betrachtet werden sollen [10].
Getreu dem Motto „Ladies first“ ist der erste Bericht der von Miss Francatelli, der Zofe von Lady Duff Gordon. Dieser Bericht wurde auch in dem Buch von Ed Marsh verwendet, um die im Cameron-Film dargestellte Selbstmordszene zu legitimieren [11]. In einem Brief schreibt Miss Francatelli, wie sich „der Offizier“ erschoss – sie sprach von demjenigen, der sie in das Boot 1 platziert und das Boot gefiert hatte. Generell wird Murdoch das Kommando über das Beladen und Fieren von Boot 1 zugeschrieben, womit die Sache klar zu sein scheint. Allerdings gibt es starke Argumente gegen Murdochs Verantwortung im Fall von Boot 1 [12] – in der Tat übernahm der 5. Offizier Lowe bereits im Jahr 1912 die Verantwortung für das Beladen und Fieren dieses Bootes und beschrieb, wie er Lady Duff Gordon einfach in das Boot geworfen hatte. Wenn es Miss Francatelli also wirklich möglich gewesen ist, vom Rettungsboot aus zu sehen, wie sich „der Offizier“ erschossen hat, dann muss es vermutlich Lowe gewesen sein. Das jedoch darf aus gutem Grund bezweifelt werden, denn Lowe hat überlebt. Und wenn es, wie es sich aus der Aussage von Charles Hendrickson ableiten lässt, der 4. Offizier Boxhall war, der die Verantwortung für das Beladen und Fieren von Boot 1 trug [13], entsteht das gleiche Problem: Auch Boxhall hat überlebt.
Damit kann in meinen Augen Miss Francatelli von der Liste der Überlebenden, die einen Selbstmord beobachtet haben, gestrichen werden.

Ein weiterer Bericht eines Überlebenden, der oft herangezogen wurde, um die Darstellung von Murdochs Selbstmord in Camerons Film historisch zu legitimieren, ist der von George Rheims. Rheims reise in der 1. Klasse und wurde von seinem Schwager begleitet, der das Unglück nicht überlebte. Am 19. April 1912 schrieb Rheims einen Brief an seine Ehefrau und erzählte die Geschichte – seine Geschichte? Auf jeden Fall berichtet Rheims von einem Selbstmord eines Offiziers:
Als das letzte Rettungsboot abfuhr, sah ich, wie ein Offizier einen Mann mit einem Pistolenschuss tötete. Der Mann versuchte, in das letzte Rettungsboot zu klettern. Das es nichts mehr zu tun gab, sagte uns der Offizier: „Gentlemen, jeder für sich selbst, goodbye.“ Er salutierte militärisch, hielt dann den Revolver an seinen Kopf und erschoss sich. Was für ein Mann!!! [14]
Bei einer genaueren Untersuchung dieser Angaben ergeben sich einige Herausforderungen:
Egal, ob das letzte Rettungsboot Boot A oder Boot B war: Keines der Boote verließ das Schiff „ordnungsgemäß“. Beide Boote wurden von einer Welle von Bord gespült – Boot B wurde vom Dach der Offiziersquartiere herunter gewaschen und Boot A hing zwar schon in den Davits, doch eine Welle trieb das Boot noch während des Beladens davon.
Dazu kommt dann noch die Schilderung von Rheims über das, was er alles getan hat, nachdem das letzte Rettungsboot die Titanic verlassen hat: Sein Schwager und er verabschiedeten sich von allen Freunden und versprachen sich gegenseitig, dass sie sich um die Familie des anderen kümmern würden, falls nur einer der beiden überleben sollte – danach ging Rheims in seine Kabine, um das Foto seiner Frau zu holen, und dann kehrte er zurück auf das Bootsdeck – hier müssen wir unbedingt beachten, dass das letzte Boot laut Rheims bereits die Titanic verlassen hatte! Danach zogen sich Rheims und sein Schwager bis auf die Unterwäsche aus. Ehe sie über Bord springen konnten, tauchte das Schiff ab [15], doch es gelang beiden, sich auf dem Deck zu halten. Während sein Schwager auf dem Schiff bleiben wollte, entschied sich Rheims zu springen – wie zuverlässig ist die Geschichte?
1913 wurde Rheims als Zeuge vernommen und sagte aus, dass er zwei Pistolenschüsse ungefähr 40 Minuten vor dem Untergang des Schiffes hörte. Und er sagte aus, dass er das Schiff etwa 15 Minuten vor dem Untergang verließ [16]. 40 Minuten vor dem Untergang hatte das letzte Rettungsboot das Schiff noch nicht verlassen, und Rheims erwähnt auch nichts mehr davon, dass sich irgendjemand erschossen hätte. Dafür gab Rheims eine Beschreibung eines Offiziers, der bei den Steuerbordbooten arbeitete, während Rheims zusah: „Er war ein sehr großer Mann, ziemlich rundes Gesicht, sehr heiser.“ [17] Diese Beschreibung passt besser auf Wilde oder Lightoller oder Zahlmeister McElroy [18] als auf Murdoch, der zum einen der kleinste der dienstälteren Offiziere war und zum anderen ein eher schmaleres, längliches Gesicht hatte.
Und während Rheims in seinem Brief an seine Frau schrieb, dass er bereits geschlafen hatte, als die Kollision geschah, sagte er 1913 aus, dass er sich gerade außerhalb des Herrenwaschraums befand, als er den Eisberg neben dem Schiff sah und die Kollision spürte. – Damit hat Rheims zwei unterschiedliche Versionen hinterlassen, die sich mehr als nur in Details unterscheiden. Welche ist nun die zuverlässigere Version? Die im Brief aus dem Jahr 1912, als er seiner Frau unter anderem den Tod ihres Bruders beibringen musste? Oder die 1913 gemachte Aussage?
Rheims‘ Versionen werfen auch die Frage auf, was eigentlich als letztes Rettungsboot, das das Schiff verließ, gezählt werden sollte. Wenn sein Bericht von 1912 der Wahrheit entspricht und er Boot C oder Boot D als letztes Rettungsboot bezeichnet hat, dann hätte er vermutlich noch die Zeit gehabt, all die Dinge zu tun, die er vor dem Untergang getan haben will – nur dann sollte es auch weitere Zeugen für einen Selbstmord eines Offiziers geben, sofern Rheims nicht ein 21. Rettungsboot gesehen hat, von dem bis heute nichts bekannt geworden ist, da es nie gefunden wurde und keiner der Insassen überlebt hat.

Etwas weniger bekannt ist möglicherweise der Berich von Carl Olof Jansson. Der Schwede erklärte, dass er, als er vom sinkenden Schiff wegschwamm und einen Blick in Richtung Brücke warf, sah, wie der Chief Officer sich erschoss.
Dieser Bericht wirft einige Fragen auf:
– War Jansson in der Lage, den Rang des Offiziers in dieser Situation eindeutig zu bestimmen? Mäntel hatten „normale“ Ärmel und die Rangstreifen befanden sich auf den Schulterlitzen, was eine eindeutige Erkennung, besonders auf eine größere Entfernung möglicherweise erschweren kann. Während mir nicht bekannt ist, was Wilde in jener Nacht trug, ist überliefert, dass Murdoch einen langen Mantel – und damit Rangstreifen auf den Schulterlitzen – trug. [19]
– Wann verließ Jansson das Schiff? Die Brücke befand sich bereits unter Wasser, als Boot A weggeschwemmt wurde, denn es war dem 2. Offizier Lightoller laut seiner eigenen Aussage möglich, vom Dach der Offiziersquartiere aus ins Wasser zu gehen. Demnach muss der Selbstmord, den Jansson beobachtet haben will, vor dem Wegspülen von Boot A stattgefunden haben. – Diese zeitliche Einsortierung ist noch wichtig und sollte deswegen im Hinterkopf behalten werden.
– Gab Jansson seinen Bericht in englischer Sprache? Auch wenn diese Frage möglicherweise lächerlich erscheiont, ist sie doch nicht gänzlich unwichtig: Denn wenn Janssons Bericht übersetzt wurde, kann es zu Veränderungen gekommen sein. Ein Beispiel für Veränderungen, die bei Übersetzungen entstehen, ist das Buch von Wyn Craig Wade. Die englische Fassung des Buches mit dem Titel „The Titanic. End of a Dream“ enthält Janssons Bericht mit dem Selbstmord des Chief Officers [20]. In der deutschen Übersetzung mit dem Titel „Die Titanic. Das Ende eines Traums“ ist es der 1. Offizier, der laut Jansson Selbstmord begeht [21].
Eventuell wird Janssons Bericht teilweise durch eine Beobachtung von Richard Norris Williams gestützt. Denn Williams erwähnte, dass er einen Schuss aus der Richtung hörte, in der er Kapitän Smith zuletzt gesehen hatte. – Merkwürdig ist allerdings, dass zum Beispiel Colonel Archibald Gracie, ein Soldat, der ebenfalls bis zum Untergang auf dem Schiff blieb, sich im vorderen Bereich des Bootsdecks aufhielt und ebenfalls überlebte, in seinem Buch schrieb, dass er während der letzten Viertelstunde vor dem Untergang keinen Schuss hörte. Einem Soldaten wie Gracie traue ich es zu, dass er einen Schuss gehört und als diesen auch eingeordnet und erinnert hätte. Wenn Jansson und Williams nicht deutlich vor dem Untergang das Schiff verließen, bleibt natürlich noch die Möglichkeit, dass Jansson und Williams einfach einen Knall hörten und darauf folgerten, dass es Schüsse gewesen sein müssen.

In diesem Zusammenhang stellt sich mir die folgende Frage, die ich gerne zum Nachdenken für andere weiterreiche: Ehe der vordere Schornstein abgebrochen und ins Wasser gefallen ist, muss seine Takelung/Halterung, die aus Stahlseilen bestand, zerborsten sein. Könnte das Reißen dieser Seile wie Schüsse geklungen haben? – Ich denke dabei auch an den Zwischenfall beim Ablegen der Titanic in Southampton, als die Festmachertrossen der New York zerfetzten. Viele Augenzeugen verglichen das Geräusch der reißen Vertäuung mit Pistolenschüssen.
Und es muss auf dem sinkenden Schiff auch andere Geräusche gegeben haben, die man üblicherweise nicht hört und vielleicht auch niemals wieder aufnimmt – zum Beispiel die Geräusche, die das beginnende Auseinanderbrechen der Titanic anzeigten.
Einem Soldaten wie Gracie traue ich es zu, dass er klar erkennen konnte, dass, was auch immer diese Geräusche waren, es KEINE Schüsse waren. Doch waren dazu auch Jansson, Williams und möglicherweise Rheims, Miss Francatelli und all die anderen, die von Schüssen kurz vorm Untergang berichteten, in der Lage?

Viel Bedeutung wird generell dem Bericht von Eugene Daly beigemessen, denn er ist der einzige Überlebende, von dem bekannt ist, dass er auch vor einem Untersuchungsausschuss von dem Selbstmord eines Offiziers berichtete. Allerdings lieferte Daly vor dieser Aussage zwei unterschiedliche Versionen ab. Die erste Version wurde von Dr. Blackmarr festgehalten, der ein Passagier der Carpathia war. Demnach gab es bei der Evakuierung der Titanic in der 3. Klasse Unruhe, die von Offizieren mit Waffengewalt unterdrückt werden sollte, wobei zwei Männer erschossen wurden. Am Ende gelang es den Passagieren der 3. Klasse, das Bootsdeck zu erreichen. Dieser Bericht enthält keinen Selbstmord eines Offiziers.
Allerdings erwähnte Blackmarr den Selbstmord eines Offiziers in einem Pressebericht [22], was die Möglichkeit eröffnet, dass Daly Blackmarr gegenüber doch irgendwas erwähnt haben könnte, wobei offen bleibt, wo die Schüsse gefallen sind: In der 3. Klasse oder auf dem Bootsdeck.
Im Vergleich zur „Blackmarr-Version“ verändert sich Dalys Bericht in einem privaten Brief, den er einige Tage nach dem Untergang der Titanic geschrieben hat. In diesem Brief beschreibt Daly, wie es ihm gelang, Maggie Daly und Bertha Mulvihill in ein Rettungsboot zu setzen, aber ihm wurde ein Platz darin verweigert. Der Offizier, der das Kommando hatte, erschoss zwei Männer und danach sich selbst – obwohl Daly zugab, das nicht selbst gesehen zu haben. Ihm wurde von anderen Augenzeugen berichtet, dass der Offizier sich selbst getötet hatte. Laut Daly stand er zu dem Zeitpunkt bis zu den Knien im Wasser – und diese Angabe ist es, die zu Komplikationen führt.
Generell genießt diese Geschichte von Daly hohe Glaubwürdigkeit bei vielen Titanic-Forschern. Sie scheint sehr gut zu der Geschichte, die Rheims in dem Brief an seine Frau aufgeschrieben hat, zu passen – dann hätten zwei Personen vom gleichen Ereignis berichtet. Allerdings: Daly will zu dem Zeitpunkt bis zu den Knien im Wasser gestanden haben – und Rheims hat danach noch eine ganze Menge erledigt, ehe er das Schiff vorm Untergang verlassen hat.
Wenn wir davon ausgehen, dass Dalys Angabe, dass er zu dem Zeitpunkt des Selbstmords eines Offiziers bis zu den Knien im Wasser stand, korrekt ist, dann ist die häufig anzutreffende Einschätzung, dass der Selbstmord am letzten Boot stattfand, korrekt. Dieses letzte Boot müsste dann Boot A gewesen sein. Daraus ergeben sich zwei Probleme:
1. Wie hat Rheims – sofern er das gleiche Ereignis beschreibt und sein erster Bericht richtig ist – danach noch all die Dinge erledigen können, von denen er in dem Brief schreibt?
2. Daly schreibt eindeutig, dass er Maggie Daly und Bertha Mulvihill in das Boot setzte. Beide Frauen gelten als Überlebende der Katastrophe. Und natürlich gab es auch Menschen, die in Boot A überlebt haben. ABER: Die Überlebenden von Boot A, das halb geflutet im Wasser trieb, wurden von Boot 14 aufgenommen [23]. Nach allen mir bekannten Angaben befand sich unter den von Boot 14 aufgenommenen Personen nur eine Frau: Rosa Abbott. Sofern Maggie Daly und Bertha Mulvihill nicht wie Kerle aussahen, können sich diese beiden Frauen nicht in Boot A befunden haben – damit muss Daly ein Geschehen an einem anderen Boot beschrieben haben, wobei sich dann die Frage stellt, wie er bis zu den Knien im Wasser stehen konnte, oder aber die Geschichte von Daly ist weniger belastbar als oft angenommen.
Für eine geringere Belastbarkeit von Dalys Geschichte spricht auch der Bericht von Bertha Mulvihill, die ihren Seemannsfreund Robert Hickens als maßgebliche Person bei ihrer Rettung nennt. Und sie berichtet davon, wie Kapitän Smith damit gedroht hat, jeden Mann zu erschießen, der versucht, auf das Bootsdeck zu gelangen, aber sie erwähnt keine Schüsse und keinen Selbstmord [24]. Interessant an Mulvihills Bericht ist aus meiner Sicht, dass es einen Robert Hichens an Bord der Titanic gab – allerdings verließ der die Titanic in Boot 6, wo er das Kommando hatte. Dafür war Boot 6 das Boot, das später auf dem Wasser mit Boot 16 zusammentraf – und Boot 16 war das letzte Boot in einer Reihe von Booten an backbord, sofern man von vorne nach achtern schaute.

Aber schieben wir diese Probleme mit Dalys Bericht einfach beiseite und platzieren einen Selbstmord eines Offiziers an Boot A! Wir haben die Zeugen Rheims und Daly, die für einen Selbstmord sprechen, können auch noch Jansson und Williams dazuzählen – Widersprüche und Zweifel interessieren an dieser Stelle nicht mehr, wir behaupten jetzt einfach, dass es bei vier Zeugen schon mal zu Abweichungen kommen kann, entscheidend ist einfach, dass sie sich im Prinzip einig sind.
Also Selbstmord an Boot A – oder gibt es noch andere Zeugen, die dabei waren, als Boot A klargemacht wurde und vorm Fieren vom Schiff weggeschwemmt wurde? Und wenn ja: Was berichten diese Zeugen?
Zuerst ist Colonel Gracie zu nennen, der eindeutig aussagte, dass er während der letzten 15 Minuten keinen Schuss hörte – und er hielt fest, dass er an steuerbord war, ganz in der Nähe von Murdoch. Gracie war sich absolut sicher, dass er Schüsse gehört hätte, wenn es sie denn gegeben hätte [25].
Steward Edward Brown sagte vor dem britischen Untersuchungsausschuss aus, was an Boot A geschah und auch er erwähnt nichts von Schüssen, wobei Brown aber auch nichts davon sagt, dass irgendein Offizier bei diesem Boot war [26].
Und dann gibt es noch den 2. Offizier Lightoller – vor dem amerikanischen Untersuchungsausschuss sagte er aus, dass er Murdoch an Boot A arbeiten sah. Vor dem britischen Untersuchungsausschuss geht er mehr ins Detail:
14048. Und als Sie auf dem Dach der Offiziersquartiere zur Steuerbordseite gingen, konnten Sie irgendwelche anderen Offiziere sehen? – Ich sah den 1. Offizier Murdoch an den Falls vom Notfallboot an steuerbord arbeiten, offenbar mit der Absicht, sie überzuholen und sie dann am Faltboot an ihrer Seite befestigen.
14049. Dem anderen Faltboot? – Ja.
14050. Das war Mr. Murdoch? – Ja.
14051. Waren andere bei ihm und halfen? – Da waren einige, die halfen.
14050. Und was geschah dann? – Ja gut, sie schien ein wenig auf Tauchstation zu gehen, und ich ging einfach ins Wasser.
In einem Brief an Ada Murdoch, den Lightoller am 24. April 1912 schrieb, berichtete er von einer Welle, die Murdoch und seine Männer über Bord spülte. Wenn wir davon ausgehen, dass Lightoller hier die Wahrheit gesagt und geschrieben hat, entstand die Welle offenbar beim Abtauchen der Titanic, und wenn Lightoller danach in der Lage war, vom Dach der Offiziersquartiere ins Wasser zu gehen, muss das Bootsdeck an der Stelle, wo Murdoch vorher gewesen war, vermutlich unter Wasser gewesen sein.

Zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild:
Drei Zeugen, die von einem Selbstmord sprechen, den sie selbst gesehen haben wollen und mit ganz viel Augenwischerei lassen sich die Zeugenaussagen auf Boot A biegen – aber es existieren auch drei Zeugen, die mit Boot A keinerlei Schießerei in Verbindung bringen.

Wenn wir nun einfach mal das Abfeuern von Schüssen losgelöst von einem „letzten Boot“ und einem Selbstmord betrachten, verändert sich das Bild ein wenig. Denn dann gibt es plötzlich weitere Zeugen für Schüsse – und wenn diese Schüsse außerhalb des Zeitrahmens der letzten 15 Minuten vor dem Untergang liegen, entfällt auch Gracie als Zeuge GEGEN irgendwelche Schüsse. Auch auf due Gefahr hin mich zu wiederholen: Ich traue es Gracie aufgrund seines Berufes absolut zu, zwischen Schüssen und anderen kurzen, lauten Geräuschen zu unterscheiden. Wo andere, militärisch weniger bewanderte Menschen ein kurzes, lautes, knallendes Geräusch als Schuss einsortieren, wird Gracie vermutlich nicht gewusst haben, was es war – aber er wird auch gewusst haben, dass es kein Schuss war.

Zeugen für Schüsse vor dem Fieren eines Bootes gibt es drei: Frank Goldsmith, Jack Thayer und Hugh Woolner.
Frank Goldsmith war ein Kind, das mit seinen Eltern in der 3. Klasse reiste. Üblicherweise wird er in Boot D „gesetzt“, da er sich daran erinnerte, durch eine Kette von Seeleuten, die den Zugang zum Boot bewachten, hindurch zum Boot gelangte, und es ist bekannt, dass Boot D von einer solchen Stürmung durch verzweifelte Passagiere geschützt wurde. Gemäß der Aussage von Steward Wheat gab es aber auch eine solche Kette beim Beladen der hinteren Boote an steuerbord [27], womit diese Menschenkette keine Exklusivität der Backbordseite darstellt. Und Goldsmith erinnerte sich daran, dass das Boot aufgrund der Schlagseite der Titanic beim Fieren gegen die Schiffsseite scheuerte. Da die Titanic eine leichte Schlagseite nach backbord entwickelt hatte [28], können nur die Boote, die von steuerbord gefiert wurden, mit der Schiffsseite in Berührung gekommen sein, während sich an backbord die Lücke zwischen Reling und Boot vergrößert haben muss – sofern die üblichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten in jener Nacht Gültigkeit hatten.
Bezüglich der Schüsse erinnerte Goldsmith folgendes: „Als das Boot den Punkt des Fierens erreicht hatte, fielen Pistolenschüsse und ich sah schnell einen Besatzungsoffizier am Davit in meiner Nähe, der eine Pistole in Richtung Himmel hielt und drei Schüsse abfeuerte. Sie waren auf keine Person gezielt.“ [29]
Also: Drei Schüsse, offenbar kein Toter.

Jack Thayer ist ein weiterer Zeuge, der angab, dass Warnschüsse abgefeuert wurden. Er schob die Schüsse Zahlmeister McElroy zu und berichtete, dass diese Schüsse bei einem Boot fielen, das vom A-Deck gefiert wurde. Es ist für mich schwer vorstellbar, wie vom A-Deck aus Schüsse in die Luft abgefeuert werden konnten – und wenn Thayer wirklich das A-Deck gemeint hat und es nicht mit dem Bootsdeck verwechselt hat, dann bleiben folgende Boote übrig: 11, 13 und 15 sowie Boot 4 an backbord. Thayer selbst schreibt die Schüsse jedoch Ereignissen an den letzten beiden vorderen Booten an steuerbord zu [30]. McElroy wurde auch von anderen Zeugen an den Steuerbordbooten gesehen. Thayer selbst will beobachtet haben, wie McElroy Ismay in Boot C geschoben hat – auf jeden Fall lässt sich aus Thayers Bericht ableiten, dass Thayer gesehen haben will, wie McElroy geschossen hat, und McElroy hat nach den Schüssen noch gelebt, also ein weiteres Mal: Schüsse wurden abgefeuert, ohne dass es danach einen Selbstmord gab.

Ein dritter Zeuge für das Abfeuern von Schüssen auf der sinkenden Titanic ist der Passagier der 1. Klasse Hugh Woolner. Er befand sich an backbord, als er eine Unruhe an steuerbord bemerkte. Also wechselte er die Seiten, um herauszufinden, was dort vor sich ging. Er sah ein Faltboot in den Davits hängen und Männer, die das Boot stürmten. Woolner sah auch, dass Murdoch zwei Schüsse in die Luft abfeuerte und schrie: „Raus da, raus mit Euch!“ und danach half Woolner der Besatzung dabei, die Männer wieder aus dem Boot zu ziehen, wobei ihm auffiel: „sie [die Männer] flüchteten zu der Zeit direkt vor Mr. Murdock [sic!] aus dem Boot heraus.“ [US]
Auch Woolner sah also die Schüsse, die laut Woolner in die Luft abgefeuert wurden – und zwar während des Beladens von einem Faltboot (vermutlich Faltboot C). Und nach diesen Schüssen sah Woolner noch einen Murdoch, der quicklebendig war. Also erneut ein Zeuge für Schüsse ohne Tote.

Nach diesen Zeugenaussagen komme ich zu dem Schluss, dass zwar Schüsse auf der sinkenden Titanic gefallen sind – allerdings nicht während der letzten 15 Minuten vor dem Untergang, wobei diese Zeitangabe von Gracie vermutlich nur eine Schätzung ist. Das Boot, an dem geschossen wurde, ist offenbar ordnungsgemäß gefiert worden, womit Boot A und B für den Ort der Schießerei nicht mehr in Frage kommen.
Es gibt drei Zeugen für einen Selbstmord (Rheims, Daly, Jansson), und es gibt drei Zeugen, die nach den Schüssen keine Toten gesehen haben (Woolner, Goldsmith, Thayer). Ein vierter Zeuge (Williams) könnte Jansson stützen, aber die Aussage könnte auch herangezogen werden zum Beleg, dass geschossen wurde, denn einen Erschossenen hat Williams nach seiner Aussage nicht gesehen.
Nach diesen Schüssen noch lebend gesehen wurden auf jeden Fall Kapitän Smith (Zeuge: Steward Edward Brown) und 1. Offizier Murdoch (Zeugen: Hugh Woolner und 2. Offizier Lightoller) – und es stellt sich die Frage, wessen Beobachtungen zuverlässiger waren: Die derjenigen, die die Schüsse in die Luft und keine Toten gesehen haben oder die derjenigen, die nach den Schüssen auch Tote gesehen haben?

Die Bride-Story

Im Kielwasser des Cameron-Films tauchte im Zuge der Murdoch-Kampagne in Großbritannien folgende Geschichte auf:
Harold Bride, überlebender Funker der Titanic, hatten dem Informanten bei einem Treffen berichtet, dass er neben Murdoch gewesen war, als die Welle beide ins Wasser gespült hatte. Mehr noch: Bride hatte demnach auch gesehen, dass Murdoch seine Schwimmweste jemand anderem gegeben hatte.
Mit dieser Geschichte habe ich drei Probleme:
1. 1912 sagte Bride eindeutig aus, dass er keinen der Offiziere kannte [US, GB 16433]. Außerdem erzählte er seine Geschichte der New York Times, wobei sich diese sehr mit seiner Aussage vor dem amerikanischen Untersuchungsausschuss deckt. Demnach arbeitete Bride an Faltboot B, das sich noch auf dem Dach der Offiziersquartiere befand, und wurde von dort ins Meer gespült. Vor dem britischen Untersuchungsausschuss variiert die Geschichte von Bride etwas. Unabhängig davon erwähnt Bride mit keinem Wort, dass er nach dem endgültigen Verlassen des Funkraums zur Steuerbordseite gegangen ist. Wenn also Bride wirklich Jahre später diese Aussage gemacht und sich plötzlich an Murdoch erinnerte, dann bleiben für mich dennoch die Zweifel, ob Bride die Wahrheit sagte. Letztlich hatten beide völlig unterschiedliche Funktionen an Bord und es ist fraglich, ob sich ihre Wege überhaupt jemals so bewusst gekreuzt haben, dass sie sich vom Namen her kannten.
2. Von Bride wird gesagt, dass er nicht mal mit seiner Familie über die Titanic gesprochen hat [Ben Bennett]. Ist es bei dieser Voraussetzung wahrscheinlich, dass Bride einem völlig Fremden von seinen Erlebnissen auf diesem Schiff erzählt hat? Und es wurde gesagt, dass die Brides sehr zurückgezogen lebten und lieber unter sich blieben [Ben Bennett].
3. Das größte Problem ergibt sich für mich jedoch aus folgender Tatsache: 1995, also ungefähr drei Jahre vor dem Beginn der Murdoch-Kampagne, traf ich (übrigens zusammen mit Nik Zöllner) auf die Person, die von sich sagte, dass sie Bride getroffen habe und Bride ihr vieles von der Titanic erzählt habe. Die Person datierte das Treffen auf 1970 und gab als Ort für das Treffen Stranraer in Schottland an. Ich hatte in Erinnerung, dass Bride 1956 im Alter von 65 Jahren gestorben war, deswegen hakte ich nach: „Er (Bride) muss schon recht alt gewesen sein …“ – Ich erhielt als Erwiderung: „Oh ja, er war weit in den 80ern.“ 1998 wurde das Treffen dann von der Person auf 1954 datiert. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass diese Person 1995 die Jahreszahlen etwas durcheinander gebracht hat und Bride deutlich älter aussah als er tatsächlich war, so bleibt doch ein Problem bestehen: Mir ist bisher kein Beleg bekannt, dass Bride jemals in Stranraer gelebt hat.

Über die Glaubwürdigkeit der Bride-Geschichte muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fußnoten:

[1] Susanne Störmer (2007), Dampfer Titanic: Eisberg voraus. Die letzten Stunden vor der Kollision neu untersucht, Norderstedt: Books on Demand
[2] veröffentlich in Titanic-Post Nr. 63 (www.titanicverein.ch)
[3] Hayes ist von 1905 bis 1908 als Kapitän der Majestic in Lloyd’s Register of Ships geführt. Eine genauere Eingrenzung seiner Fahrten auf der Majestic ist nur über die Einträge in Lloyd’s Register of Captains möglich.
[4] Sir Bertram Hayes (1925), Hull Down, London: Cassell, S. 147
[5] z. B. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,528162,00.html; dieser Artikel handelt davon, wie auf eine Erinnerung hin, sie sich aufgrund von Nachforschungen des Richters als Scheinerinnerung herausstellte, eine Mordanklage erhoben wurde, weil die Polizei die Erinnerung für glaubwürdig hielt. Die Nachforschungen des Richters ergaben, dass die Zeugin der Polizei in ihren Erinnerungen von Gebäuden und Orten berichtet, die nachweislich erst einige Zeit nach der Tat entstanden sind.
[6] Susanne Störmer (2007), Dampfer Titanic: Eisberg voraus. Die letzten Stunden vor der Kollision neu untersucht, Norderstedt: Books on Demand
[7] Gary Cooper, The Man who sank the Titanic? The Life and Times of Captain Edward J. Smith, Stoke-on-Trent: Witan Books
[8] In den Jahren 1904 – 1912 wird für Wilde keines der ganz alten Dampfschiffe geführt. Über die Schiffe, auf denen er vor 1904 gefahren ist, habe ich keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen. Ich gehe davon aus, dass zumindest einige davon zu den kleineren Dampfern gehörten.
[9]  Sir Bertram Hayes (1925), Hull Down, London: Cassell, S. 19 f
[10] Es gibt auch Berichte, bei denen sich der Berichtende auf Erlebnisse von anderen beruft. Da es sich hier für mich um Hören-Sagen handelt, betrachte ich sie nicht weiter.
[11] Ed W. Marsh (1998), James Cameron’s Titanic, London: Boxtree, S. 129
[12] Susanne Störmer (2008), Zwölf Menschen in einem Boot, Titanic-Post Nr. 63
[13] d. o.
[14] Der Brief wurde auf französisch geschrieben. Eine englische Übersetzung des kompletten Briefes ist veröffentlicht worden in : Rustie Brown (1981), The Titanic, the Psychic, and the Sea, Lomila. Blue Harbor Press, S. 44 ff
[15] Das abtauchende Schiff wird von einigen anderen Überlebenden ebenfalls erwähnt, z. B. von Lightoller, der allerdings das als den Moment definiert, in dem zumindest Boot A das Schiff verlässt.
[16] privat
[17] privat
[18] Wilde und McElroy wurden an Booten der Steuerbordseite gesehen. Andererseits kann auch nicht völlig ausgeschlossen werden, dass Rheims möglichweise Steuerbord und Backbord verwechselt hat.
[19] Aussage von Norman Chambers vor dem amerikanischen Untersuchungsausschuss
[20] Wyn Craig Wade (1986), The Titanic. End of a Dream, London: Weidenfeld and Nicolsson, Seite 53
[21] Wyn Craig Wade (1983), Die Titanic. Das Ende eines Traums, München: dtv, Seite 61
[22] http://home.comcast.net/~bwormst/titanic/shots/shozs.htm
[23] Ironie am Rande: Im Cameron-Film von 1997/98 wird Rose von Boot 14 gerettet – und Cal hat in diesem Film die Titanic in Boot A verlassen. Also hätten sich die beiden bereits in Boot 14 wieder begegnen müssen …
[24] Senan Molony (2000), The Irish Aboard Titanic, Dublin: Wolfhound Press, S. 157 ff
[25] Colonel Archibald Gracie (1995), Titanic, A survivor’s story, Gloucester: Alan Sutton, S. 60 f
[26] GB 10526 – 10548
[27] GB 13189 – 13197
[28] z. B. GB 13852 und GB 10530
[29] Frank J. W. Goldsmith (1991), Echoes in the Night. Memories of a Titanic Survivor, kein Ort, 7c’s Press, S. 52
[30] John B. Thayer (ohne Datum), The Sinking of S. S. Titanic, kein Ort, S. 2o f.