31. Januar 1953 – Untergang der Fähre Princess Victoria
von Susanne Störmer, © 2017
Die Princess Victoria war eine 1947 in Dienst gestellte Fähre, die zwischen Stranraer (Schottland) und Larne (Nordirland) fuhr. Am 31. Januar 1953 lief sie zu einer weiteren Überfahrt morgens aus Stranraer aus und direkt in einen der stärksten Orkane des 20. Jahrhunderts hinein. Im Nordkanal geriet sie in den bis zu 13 Meter hohen Wellen schnell in Seenot und driftete steuerlos mit zunehmender Schlagseite in der aufgewühlten See. Die anlaufende Rettungsaktion gestaltete sich als schwierig, da das Fährschiff keine genaue Position nennen konnte, sich allerdings in der Nähe der schottischen Küste wähnte. Das Seenotrettungsboot von Portpatrick (Schottland) lief aus, fand den Havaristen aber ebenso wenig wie andere Schiffe, die zur Hilfe eilten.
Um 13:40 Uhr wurde trotz schwerstem Seegang der Befehl zur Evakuierung der Princess Victoria gegeben. Im letzten Funkspruch wurde eine Position 5 Seemeilen östlich der Copeland Islands (Nordirland) genannt. Um 13:58 Uhr sank die Fähre mit der kompletten Schiffsführung vor der nordirischen Küste. Das Seenotrettungsboot von Donaghadee (Nordirland) konnte 31 Menschen retten. Insgesamt überlebten 44 Männer das Unglück, 135 Menschen kamen um, darunter der Stellvertretende Ministerpräsident Nordirlands sowie alle Frauen (28, davon 3 Besatzungsmitglieder) und Kinder (4). Als Unglücksursache wurden gravierende Konstruktionsmängel des Schiffes festgestellt, die in dem extremen Orkan mit Windgeschwindigkeit von bis zu 180 km/h zum Untergang führten.
Der Orkan wütete bis zum 1. Februar und zog weiter in Richtung Kontinent. Auf seinem Weg löste er schwere Sturmfluten aus, die in England 307, in Belgien 28 und in den Niederlanden 1.835 Menschen das Leben kosteten. Auf See gab es weitere 89 Todesopfer beim Untergang mehrerer Fischerboote.