Southampton Reisetipps

von Susanne Störmer, © 1999

 

Während die Stadt Postmouth in Reiseführern und bei Reiserouten durch den Süden Englands soviel Beachtung wie Stonehenge erfährt, wird Southampton höchstens am Rande abgehandelt bzw. zur Durchfahrt benutzt. Aber für Titanicer ist Southampton neben Belfast die wohl wichtigste Stadt der Welt. Da sich zuletzt die Anfragen nach Reisetipps für Southampton bei mir gehäuft haben, hier also eine Art titanischer Southampton-Reiseführer.

Für die Anreise nach Southampton gibt es diverse Möglichkeiten – so gibt es seit kurzem eine tägliche Direktflugverbindung Frankfurt – Southampton, die Verbindung Amsterdam – Southampton existiert schon länger, aber man kann auch mit dem Flugzeug nach London fliegen und von dort aus dann mit einer Buslinie des National Express nach Southampton fahren, auch Zugverbindungen bestehen zwischen London und Southampton. Und während der Flughafen Southampton etwas außerhalb liegt, befindet sich der Hauptbahnhof sowie der Ausstiegspunkt des National Express sehr zentral.
Wer ein wenig maritime Stimmung erleben will, sucht sich eine der inzwischen nicht mehr ganz so zahlreichen Fährverbindungen zwischen dem Kontinent und der Insel aus, wer etwas mehr maritime Stimmung haben möchte, wählt eine Überfahrt mit Übernachtung – und wer zu den Totengräbern der Passagierfährfahrt gehören möchte, entscheidet sich für den Kanaltunnel.

Unterkünfte in Southampton reichen von Bed & Breakfast-Pensionen (stilecht!), die auch direkt vor Ort in der Tourist Information buchbar sind, bis hin zu Luxushotels, obwohl Southampton ein wenig knapp mit Hotelbetten ausgestattet ist.

Schpn an Southampton ist, dass viele Titanic-Sehenswürdigkeiten fast an einer Straße liegen. Idealerweise fängt man „oben“ an – beim Musicians Memorial, Cumberland Place, das in einer Hauswand eingelassen ist.
Nun überquert man die Kreuzung in Richtung Bushaltestellen und findet sich damit direkt beim Engineers Memorial wieder, was meiner Meinung nach das schönste Titanic-Memorial überhaupt ist. Dieses Engineers Memorial befindet sich im Andrews‘ Park, aber der Name hat nichts mit Thomas Andrews von der Titanic zu tun.
Nun aber weiter auf der „Titanic-Hauptstr.“, die sich allmählich in einer Fußgängerzone verwandelt. Beim McDonald’s sollte man nur Pause machen, wenn man nicht etwas stilechter (und dennoch durchaus günstig) essen möchte. Am Bargate (ohne Titanic-Bedeutung) vorbei geht es weiter diese Straße hinunter (links halten).
Im Postamt befindet sich das Memorial für die Postleute der Titanic – gefertigt aus einem Reserveschraubenblatt für die Titanic und nur während der Öffnungszeiten des Postamtes zu besichtigen, und in der im 2. Weltkrieg zerbombten und nicht wieder aufgebauten Kirche befindet sich das Memorial für die Besatzung der Titanic.

So, wer McDonald’s missachtet hat, kann sich jetzt im Pub Red Lion stärken. Gerüchte besagen, es war der Stammpub der White-Star-Offiziere (nicht der Pub der Seeleute; der war im Grapes Public House), und heute ist der Red Lion der Ankerplatz der Offiziere der QE2, wenn dieses Schiff in seinem Heimathafen liegt.
Vom Red Lion aus geht man dann diese Straße bis zum Ende, hält sich dann nach links und geht auf das ehemalige South Western Hotel zu. Gegenüber von diesem Gebäude geht es zu den Docks – und zwar zu den „richtigen Docks“. Wenn man es schafft, an den Pförtnern vorbei zu kommen (ein Hinweis auf den Besichtigungswunsch des Titanic-Memorials öffnet meistens die Schranke), hat man von denen schon den Hinweis bekommen, wie man denn nun das Memorial erreicht. Und wenn man an dem Memorial steht – wandern die Augen automatisch in die andere Richtung, nämlich dorthin, wo einst die Titanic lag und von wo aus die Titanic zu ihrer Jungfernfahrt aufgebrochen, aber wohin sie nie mehr zurückgekehrt ist.

Eine Bitte an alle, die sich dort aufhalten: Seid fair und haltet Euch an die Anweisungen der Pförtner, denn ansonsten wird irgendwann mal der Zutritt zum Memorial nicht mehr möglich sein. Es ist Hafengelände, und die Sicherheitshinweise, die Euch gegeben werden, dienen auch Eurem Schutz! Und glaubt nur nicht, dass Ihr nicht beobachtet werdet, selbst wenn Ihr die Pförtner nicht mehr sehen könnt …

In der Canute Road (es ist die Straße unten an den Docks) befindet sich auch noch das Gebäude, in dem früher die White Star Line ihre Büros hatte und wo im April 1912 die Listen der Überlebenden angeschlagen wurden. Wenn man der Straße weiter folgt (und nicht zurück Richtung High Street wandert), kommt man zur Ocean Village, einem Einkaufs- und Fresstempel, in dem sich u. a. die Book Cabin befindet. Das ist der Buchladen mit der wohl größten Auswahl an Titanic-Literatur in Southampton.

Wenn man von der High Street nicht nach links zum South-Western-Hotel abbiegt, sondern nach rechts, gelangt man zum Mayflower Park direkt am Wasser – und gegenüber von dem Eingang zum Park befindet sich ein altes Gebäude, das heute das Maritime Museum beherbert und in dem es inzwischen auch eine ständige kleine Titanic-Ausstellung gibt.

Weitere Dinge, die man in Southampton besichtigen kann bzw. die man unternehmen kann: