Das Thema Californian verfolgt mich. Aufgewachsen bin ich mit der von diversen Autoren, z. B. Walter Lord und Patrick Stenson, vermittelten Sicherheit, dass die Californian die Notsignale der Titanic ignoriert hat. Diese Sicherheit schwand im Laufe meiner frühen Titanic-Jahre, und bei der Convention der British Titanic Society 1993 in Southampton erzählte mir ein alter Herr, warum es nicht die Californian gewesen sein konnte, Kapitän Lord also unschuldig war. Wer dieser Herr war, weiß ich nicht, ich habe ihn danach auch nie wiedergesehen, aber ich erinnere noch eine Zeichnung mit Wasserfarben, die die Argumente unterstrichen hat.

Bewegt hat mich auch, dass die Ausgabe vom Journal of Commerce über den britischen Untersuchungsausschuss von 1912, die ich bei den Murdochs gesehen habe, die Seiten mit Aussagen von den Leuten der Californian herausgerissen worden waren – so, als würde ein alter Kapitän vor Wut und/oder Verzweiflung explodieren, weil auf der Brücke des Frachters keiner die Zeichen der Zeit erkannt hatte.

Im Laufe der Jahrzehnte sind im englischsprachigen Raum auch zahlreiche Bücher zum Thema veröffentlicht worden. Andere Seefahrtsbücher – nicht nur in englischer Sprache – greifen das Thema „Geisterschiff“ durchaus auch auf, so z. B. Arnold Kludas in seinem Werk über die deutsche Passagierschifffahrt, und da es um die deutsche Passagierschifffahrt geht, benennt er nicht die Californian, sondern ein deutsches Schiff, das jedoch durch das Wetterarchiv des Deutschen Wetterdienstes eindeutig entlastet werden kann.

Für mich ist dieses Thema also letztendlich auch irgendwie faszinierend, ansonsten hätte ich mich damit gar nicht so oft auseinander gesetzt.